Die traurige und unglaubliche Geschichte unseres Pflegehundes

MIKE

Mike liegend

Mike braucht lebenslang Spenden! Bitte, helfen Sie mit:

Spendenkonto Kelpie Mike
Spendenkonto Kelpie Mike
Kreissparkasse Tübingen
BLZ: 64150020
Konto: 162 86 56

Patenschaft

Mike sucht dringend Paten, die ihn finanziell unterstützen und auch gerne ein bisschen aktiv mit ihm werden möchten. Er liebt es Agility zu machen und Hundefrisbee zu spielen. Wer hat Zeit und Lust, Mike zu beschäftigen?

Bei Interesse können Sie das Kontaktformular nutzen.

Seine Geschichte:

Mike, ein Working-Kelpie der 2007 in einer Kelpie Zucht geboren wurde, kam im April 2008 zu uns auf die „Grüne Arche“.
Mike war mit 10 Wochen an eine hundesportliche Familie vermittelt worden, wo er allerdings schon sehr bald Probleme machte. Die Besitzer schilderten Mike als aggressiven Hund mit Verhaltensstörungen.
Deshalb ging er zu seiner Züchterin zurück. Auch dort wurden seine Verhaltensprobleme nicht besser.

Er knurrte Kinder an, war teilweise schreckhaft, ruhelos und nervos. An anderen Tagen hatte er Durchfall und verschmutzte das gesamte Haus oder er verbrachte ganze Tage nur lethargisch in seiner Hundebox und wollte nicht mehr herauskommen.

Auch wurde beobachtet, dass Mike immer öfter Muskelzuckungen am Hinterbein hatte. Versuche Mike im Schafehüten oder Agility zu trainieren schlugen fehl.

Die Züchterin rief uns an mit der Bitte, ob wir Mike nehmen würden, da er sonst eingeschläfert werden würde. Der Ehemann der Züchterin hatte genug von dem Hund mit seinem Durchfall, den plötzlich aufgetretenen epileptischen Anfällen und die mit ihm verbundenen Kosten wurden allmählich auch zu hoch für die Familie.

In Züchterkreisen wurde die Vermutung laut, Mike hätte einen Gehirnschaden, der wohl auch nicht behandelbar sei.

Nach Abschluss eines Abgabevertrages an den Tierschutz, mit der sich die Züchterin absicherte dass ihr keinerlei weitere Kosten entstehen, gehörte der Hund nun uns – beziehungsweise dem kleinen betreuenden Tierschutzverein, für den wir als Pflegestelle aktiv waren.

Natürlich haben wir uns gerne dieses Hundes angenommen, da wir sicher waren, dass Mike keinen Gehirnschaden hat. Was wir nicht wussten: Mike sollte unser größter Tierschutzfall unserer bisherigen Tierschutzkarriere werden.

Mike lebte sich schnell bei uns ein und wir stellten fest, dass er wirklich nicht in bester Verfassung war.

Auch bei uns traten weiter Anfälle mit Muskelzuckungen auf, die allerdings nicht wie epileptische Anfälle aussahen. Wir standen vor einem Rätsel.

Ansonsten war Mike ein lieber und umgänglicher Hund, der auch mit Kindern keine Probleme machte.

Im Herbst 2008 bemerkten wir, dass Mike immer schlechter zu sehen schien. Er lief öfter gegen Gegenstände und war in seiner Motorik beeinträchtigt.

Der Tierartz stellte fest: Grauer Star auf beiden Augen. Der erst 1-jährige Hund sollte innerhalb weniger Monate gänzlich erblinden.

Schild_fritscheNach der Diagnose fuhren wir am 28.10.2008 nach München in eine Spezialklinik.

Dort wurde Mike eingehend untersucht und man sagte uns, Mikes Augenlich könne gerettet werden indem er in beide Augen neue Linsen bekäme.

Geschätzte Kosten der Operation: 1.500,-€
Pro Auge!

Untersuchung1

Was tun?

Uns war klar, dass Mikes Tierschutzverein – ein kleiner Verein ohne große Rücklagen, diese Kosten nicht tragen kann. Wir waren bereit, die Behandlung für Mike wohl oder übel aus unserer Privatkasse zu zahlen.

Das schwäbische Tagblatt schrieb daraufhin für Mike einen ganz tollen Artikel mit Spendenaufruf.

Dann geschah das Wunder…

Innerhalb von nur 3 Wochen spendeten über 100 HundefreundInnen aus Nah und Fern, darunter auch viele Kunden der Tübinger Hundeschule, für Mike 2.980,-€!

Wir waren fassungslos. Mit so viel Hilfe für Mike, hatten wir nun wirklich nicht gerechnet.

Doch leider sollte die Freude nur kurz anhalten.
Kurz nachdem wir aus München zuhause waren, begann sich Mikes Zustand erheblich zu verschlechtern.
Er bekam mehrere Anfälle, die bis zur vollkommenen Bewusstlosigkeit reichten, verlor rasant an Gewicht und hatte starken Durchfall und Erbrechen.
Zuerst vermuteten wir, er habe eine Magen-Darm-Infektion, was sich aber als falsch herausstellte.

Mikes Zustand wurde immer schlechter. Schon bald war er zu schwach um zu gehen, war immer öfter im Dämmerzustand, krampfte immer häufiger und hatte heftige, lebensbedrohliche Herz-Rhytmus-Störungen.

Mike, lethargisch und verwirrt. Stark abgemagert.
Mike, lethargisch und verwirrt. Stark abgemagert.
Mike, mit Krämpfen und Herz-Rhytmus-Störungen
Mike, mit Krämpfen und Herz-Rhytmus-Störungen
Mike bei Tierarzt Dr. Hartmann in der Tierklinik, ohne Bewusstsein. Sein Leben hängt nur noch am seidenen Faden. Unsere Tochter Naomi nimmt bereits innerlich Abschied...
Mike bei Tierarzt Dr. Hartmann in der Tierklinik, ohne Bewusstsein. Sein Leben hängt nur noch am seidenen Faden. Unsere Tochter Naomi nimmt bereits innerlich Abschied…
In allerletzter Sekunde hat unser Bekannter, Tierarzt Dr. Michael Hartmann aus der Tübinger Tierklinik, die lebensrettende Diagnose stellen können. Dafür sind wir ihm bis heute unendlich dankbar.
Auch Pflegeherrchen Uli, der Mike von Anfang an in sein Herz geschlossen hatte, bangt um das Leben seines "Buben", redet ihm zu, macht ihm Mut durchzuhalten.
Auch Pflegeherrchen Uli, der Mike von Anfang an in sein Herz geschlossen hatte, bangt um das Leben seines „Buben“, redet ihm zu, macht ihm Mut durchzuhalten.
Alle Symptome, die Mike aufwies, ergaben die Diagnose:

Schwere Hypokalzämie!

Eine seltene Störung der Nebenschilddrüse. Dieses kleine Organ produziert ein Hormon, welches für die richtige Calcium-Phosphor-Versorgung des Körpers zuständig ist.

Typische Symptome sind:
Zentralnervöse und neuromuskuläre Probleme, die sich in Muskelzuckungen, Spasmen, Krampfanfällen und teilweisem Bewusstseinsverlust äußern.
Bei länger andauernder Unterversorgung durch Hypokalzämie kommt es auch zur Trübung der Augenlinse!
Außerdem zahlreiche unspezifische Anzeichen wie: Anorexie, Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust, Lethargie und allgemeine Schwäche.
Weiterhin treten Verhaltensänderungen auf: Ruhelosigkeit, Nervosität, Ängstlichkeit, Aggressivität und Verwirrtheit.

Plötzlich passten alle Puzzleteile der Vergangenheit zusammen und wir konnten alle gezeigten Symptome und Verhaltensauffälligkeiten von Mike nachvollziehen.

Es folgte eine der schwersten Entscheidungen, die wir im Rahmen unserer Tierschutzarbeit je zu treffen hatten:

Mike in der Reutlinger Tierklinik, mehr tot als lebendig...
Mike in der Reutlinger Tierklinik, mehr tot als lebendig…
Die Ärzte in der Reutlinger Fachtierklinik, wohin wir überwiesen wurden, rieten uns dringend Mike stationär über Nacht dort zu lassen, da er intensiv-medizinische Pflege benötigte, ohne die er die Nacht wohl nicht überlebt hätte.

Auf der anderen Seite wussten wir aber jetzt, dass jeder Stress Mikes Kalziumhaushalt durcheinander bringen könnte, was ebenfalls lebensgefährlich gewesen wäre. Denn je mehr Stress der Körper hat, desto mehr Kalzium wird benötigt und Mike litt bereits an einer starken Kalziumunterversorgung. In der ihm fremden Umgebung der Tierklinik über Nacht alleine zu bleiben, wäre für Mike furchtbarer Stress gewesen, immerhin war er inzwischen fast blind und orientierungslos!

Wir beschlossen, die Behandlung mit fachkundiger Hilfe zuhause durchzuführen. Es ging darum, Mike durch spezielle Infusionen zu einem normalen Kalziumspiegel zu verhelfen.
Zuhause in seiner gewohnten Umgebung wollten wir ihm einen geschützten Ort bieten und so vermeiden, dass er alleine in der Klinik sterben würde, sollte es so weit kommen.

Mike an der Dauerinfusion geborgen bei uns zuhause
Mike an der Dauerinfusion geborgen bei uns zuhause
Um Mike Geborgenheit und Ruhe zu geben, durfte er ausnahmsweise in den Infusionspausen im Bett unseres Sohnes nächtigen, was er sehr genoss  :-) ... Hand in Pfote gesund schlafen ...
Um Mike Geborgenheit und Ruhe zu geben, durfte er ausnahmsweise in den Infusionspausen im Bett unseres Sohnes nächtigen, was er sehr genoss 🙂 … Hand in Pfote gesund schlafen …
Wir kämpften 2 Tage rund um die Uhr um Mikes Leben – es hat sich gelohnt.
Mike war außer Lebensgefahr – zwar so gut wie ganz blind, aber am Leben!

Mike nach 3 Tagen. Noch sehr mager und wackelig, aber schon bereit zum Pippi machen Draußen
Mike nach 3 Tagen. Noch sehr mager und wackelig, aber schon bereit zum Pippi machen Draußen
Mike erholte sich nun zusehens und wurde immer munterer. Bis Weihnachten 2008 hatte er schon wieder 5 kg zugenommen.

Das größte und schönste Geschenk war ein Mike ohne Schmerzen unter unserem Tannenbaum 🙂

Mike unser Weihnachts-Sehstern
Mike unser Weihnachts-Sehstern
Uli Bäurle und "sein" Mike an Heiligabend - zusammen haben sie das Undenkbare geschafft!
Uli Bäurle und „sein“ Mike an Heiligabend – zusammen haben sie das Undenkbare geschafft!
Mike bekam von einer netten Spenderin zu Weihnachten eine Geschichte geschenkt, die auch uns nochmal zeigte, dass wir für ihn genau das Richtige getan haben und auch weiterhin tun werden.
Diese Geschichte steht stellvertretend für alle Hunde aus dem Tierschutz, bei uns und anderswo.

Für jeden lohnt es sich zu kämpfen!

Seesterne retten...
Die Geschichte vom Seestern für unseren „Seh“-Stern Mike

Ein furchtbarer Sturm kam auf. Der Orkan tobte. Das Meer wurde aufgewühlt und Meter hohe Wellen brachen sich ohrenbetäubend laut am Strand.

Nachdem das Unwetter langsam nachließ, klarte der Himmel wieder auf. Am Strand lagen aber unzählige von Seesternen, die von der Strömung an den Strand geworfen waren.

Ein kleiner Junge lief am Strand entlang, nahm behutsam Seestern für Seestern in die Hand und warf sie zurück ins Meer.

Da kam ein Mann vorbei. Er ging zu dem Jungen und sagte:
„Du dummer Junge! Was du da machst ist vollkommen sinnlos. Siehst du nicht, dass der ganze Strand voll von Seesternen ist?
Die kannst du nie alle zurück ins Meer werfen!
Was du da tust, ändert nicht das Geringste!“

Der Junge schaute den Mann einen Moment lang an. Dann ging er zu dem nächsten Seestern, hob ihn behutsam vom Boden auf und warf ihn ins Meer. Zu dem Mann sagte er:
„Für ihn wird es etwas ändern!“

Im Februar und März 2009 wurde Mike dann endlich an beiden Augen operiert.

Leider war durch Mikes schwere Krankheit die Linsentrübung an einem Auge so weit fortgeschritten, dass die Linse zwar noch eingesetzt werden konnte, aber ein Auge blind blieb.

Dafür kann Mike nun auf dem anderen Auge zu 100% sehen und ist seither ein glücklicher Arbeitshund, der nichts lieber tut als Agility zu machen – was vorher mangels Sehkraft nicht möglich war – und Frisbee zu spielen.

Mike_frisbeemike_huerde

Durch seine schwere Krankheit war eine Menge der Spendengelder (1700 €) schon verbraucht worden.

Glücklicherweise bekamen wir auch hier wieder Unterstützung:
plakat_mike
Der Verein für Handicaphunde veranstaltete auf unserem Trainingsgelände extra für Mike eine Benefizveranstaltung.

Wir danken ganz herzlich für die Spende des Erlöses dieser tollen Veranstaltung an Mike!
Wir danken ganz herzlich für die Spende des Erlöses dieser tollen Veranstaltung an Mike!

Aktueller Stand Septmeber 2016:

Mike ist gesundheitlich stabil, er braucht jedoch lebenslang Medikamente (50€ monatlich) und regelmäßig Blutuntersuchungen, die nicht gerade günstig sind.
Außerdem muss sehr strikt auf viel Ruhe bei Mike geachtet werden. Jede Unregelmäßigkeit im Tagesablauf äußert sich bei ihm sofort in einem veränderten Blutbild und erneuten Krankheitssymptomen.

Deshalb ist Mike weiterhin dringend auf Spenden angewiesen.

Mikes Züchterin hat sich seit der Abgabe von Mike mit keinem weiteren Euro an Mikes Tierarztkosten von 11.246,-€ (Stand 01.06.2012) beteiligt.

Auf unsere Anfrage hin, ob sie auf Mikes Benefizveranstaltung helfen könne, kam eine Absage mit Begründung, sie sei auf einem „Agilityturnier“ …

Mike war der Züchterin zu teuer, deshalb sollte er eingeschläfert werden. Nicht lange nach Mikes Abgabe an uns konnte sich seine Züchterin jedoch einen Jack Russel Terrier vom Züchter kaufen, um mit ihm im Agility aktiv zu sein. Es lebe der Sport!

Bis heute kam von ihr kein Dankeschön an den Tierschutz und all‘ die Menschen, die Mike geholfen haben. Nicht mal eine kleine Anfrage, wie es Mike denn heute geht.

Es geht ihm gut, weil es den Tierschutz gibt.
Den Tierschutz und Menschen – wie Sie – die Mike nach wie vor helfen.

Allen Spendern und Freunden von Mike ein ganz, ganz herzliches Vergelt’s Gott!

Wer Mike unterstützen möchte, kann ihm eine Spende auf sein persönliches Spendenkonto zukommen lassen.

Wir freuen uns über jeden kleinen Euro, der Mike hilft, seine lebenswichtigen Medikamente zu bekommen, sowie über Futter-, Leckerli- und Sachspenden für Mike.

Ihre Nicole Kammerer und Uli Bäurle

Spendenkonto Kelpie Mike
Spendenkonto Kelpie Mike
Kreissparkasse Tübingen
BLZ: 64150020
Konto: 162 86 56